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Berlin - the place to be in Europe

Vortrag von Klaus Wowereit - Jahrestagung der IPV-Akademie 2018

Heute stehe Berlin zwar noch nicht gut aber deutlich besser dar. Der Haushaltsüberschuss könne zum Teil zum Schuldenabbau eingesetzt werden und zum anderen Teil sinnvoll investiert werden.

Den Schlusspunkt des 10. Jahrestages der IPV-Akademie setzte in diesem Jahr Klaus Wowereit mit seinem Redebeitrag unter dem Motto „Berlin – the place to be in Europe“. Beginnend mit einem kurzen Rückblick auf die jüngere Historie stimmte er auf die besondere Situation Berlins ein, indem er die Zeit zwischen der Luftbrücke bis zur „friedlichen Beendigung der widernatürlichen Trennung“ in einem Gefühl der ständigen Bedrohung als nahezu lähmend für Berlin und die Bürger Berlins spiegelte. Doch auch mit der Grenzöffnung sei von blühenden Landschaften lange nichts zu sehen gewesen. Eine Arbeitslosenquote von fast 20% und die immense Schuldenlast Berlins fanden für Außenstehende ihren Gipfel darin, dass der regierende Bürgermeister in einer rot-roten Koalition einen strengen Sparkurs anschlug, reflektierte Wowereit und ergänzte pointiert: „Sparen muss weh tun, damit jeder merkt, wie ernst die Lage wirklich ist“.

Nicht ohne Stolz berichtet Wowereit über „seine Stadt“, das Berlin im Städtetourismus nach London und Paris inzwischen den dritten Platz in Europa erreicht habe und mittlerweile die Basis für rund 240.000 Arbeitsplätze im Tourismus bilde. Auch gebe es neben dem Gesundheitssektor eine internationalen Gründerszene mit einem regelrechten Start-up-Boom und somit zwei weitere Wirtschaftsbereiche, die aufzeigten, wie attraktiv Berlin für junge Menschen sei. Auch sei natürlich auch die ausgeprägte Kunst- und Kulturszene das Aushängeschild einer modernen Metropole.

Doch Wowereit ließ es auch an mahnenden Worten nicht missen. Bezogen auf Berlin zeigte er auf, dass der Leerstand am Wohnungsmarkt sein Ende gefunden habe und dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse. Auch müsse es gelingen, das der Begriff der Integration nicht nur auf Ausländer sondern besonders auch auf sozialschwache Berliner und Berlinerinnen angewendet und verstanden wird.

Zu guter Letzt erntete er mit seiner gesellschaftspolitischen Anmerkung „Deutschland geht es gut – aber nicht jeder partizipiert daran“ breite Zustimmung. Es müsse gelingen, in den Bereichen Rente und  Pflege schnelle Lösungen zu finden,  um Altersarmut einzudämmen und in Würde altern zu dürfen. Nur so könne man erreichen, dass der politische Rand sich hier nicht profilieren kann, ergänzte Wowereit und schloss seinen Vortrag mit dem dringenden Appell, „aufzustehen und gegen die Feinde der Verfassung und der Demokratie zusammenzustehen.“

Klaus Wowereit, Jahrestagung 2018
Klaus Wowereit, ehemaliger regierender Bürgermeister von Berlin

11. Jahrestagung der IPV-Akademie - ein voller Erfolg!

Über 300 Teilnehmer konnte der IPV am 19.09.2019 auf seiner 11. Jahrestagung begrüßen. Die Referenten konnten mit ihren Themen aus der Krankenversicherung, Politik und Künstliche Intelligenz das Auditorium begeistern. 

In Kürze finden Sie hier mehr Informationen zu den Beiträgen.

Mehr Informationen zur 11. Jahrestagung des IPV