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Berufseinsteiger: Vorsorge nicht aufschieben - Neue Garantien als Mittel gegen niedrige Zinsen nutzen

Artikel aus dem IPV-Journal online 01-2017

+++ Vorsorge nicht aufschieben +++ Neue Garantien als Mittel gegen niedrige Zinsen nutzen +++

Hört man sich unter Berufsanfängern um, so steht die Altersvorsorge nicht an erster Stelle der Prioritätenliste. Das war bei jungen Leuten schon immer so, hat sich durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank aber verschärft. Berufsanfänger wissen zwar viel über aktuelle Versorgungslücken und solche im  Alter. Die Entscheidung, dagegen etwas zu tun, fällt ihr aber deutlich schwerer als der Generation davor. Dieses Ergebnis belegt auch die Studie "Jugend, Vorsorge, Finanzen" von TNS Infratest Sozialforschung und Hertie School of Governance aus dem Jahr 2016. „Die Lebensversicherung rentiert nicht mehr“, so eine verbreitete Haltung der „Generation Y“.

Ergebnis: Trotz guter Wirtschaftslage mit rekordhaften Exportüberschüssen und dem Höchststand an Erwerbstätigen seit der Wiedervereinigung wird weniger zurückgelegt fürs Alter und für die steigende Lebenserwartung.

Rentiert die Lebensversicherung tatsächlich nicht mehr? Finanzielle Risiken durch langes Leben lassen sich am besten über große Kollektive absichern, unverändert ein großer Vorteil der Lebensversicherung.

Die klassische Lebensversicherung rentiert aber weniger als früher, für Neuabschlüsse ab 2017 beträgt die lebenslange Garantieverzinsung noch 0,9 Prozent (mit Überschüssen um die 3 Prozent im Marktdurchschnitt). Grund dafür sind die nachhaltig niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen mit hoher Bonität, mit denen ein Versicherer die Garantien teilweise unterlegen muss.

Daher sind immer stärker Rentenversicherungen ohne klassische, weil teure, Zinsgarantien nachgefragt. Diese Neuen Garantien beschränken sich häufig auf eine Beitragsgarantie. Zu Rentenbeginn muss dann mindestens die Summe der gezahlten Beiträge zur Verfügung stehen.  Der Versicherer hat bei der Kapitalanlage mehr Freiheiten und kann verstärkt in chancenreichere Anlageformen wie Aktien, Immobilien und Infrastrukturprojekte anlegen.

Stichwort Aktien: Viele Kunden möchten stärker von den Chancen des Aktienmarkts profitieren, scheuen aber die Nebenwirkungen wie z. B. Wertverluste, ständige Anlageentscheidungen und  die nötige Marktbeobachtung. Auch hier können Neue Garantien  punkten, indem sie Renditechancen mit den entsprechenden Sicherheiten und gutem Service verbinden. Beliebt sind Tarife, die dem Kunden während der Laufzeit zwar grundlegende Anlageentscheidungen ermöglichen, aber diese nicht einfordern. Wertschwankungen können dort meist in der Zeit ausgeglichen werden, die eingezahlten Beiträge sind in jedem Fall geschützt. Es bleibt aber beim Kern der Rentenversicherung, sodass zum Rentenbeginn eine lebenslange Rente garantiert wird.

Bei der privaten Rentenversicherung kann auch ein geringeres Garantieniveau als die Summe der Beiträge gewählt werden. Hier kann aus dem Vollen geschöpft werden, je nach Sicherheitsbedürfnis kann der Kunde bestimmen, welchen Anteil des Beitrages er  chancenorientiert oder im Sicherungsvermögen anlegen möchte. Die mögliche Rendite ist aufgrund der niedrigen Ertragsanteilsbesteuerung für lebenslange Renten nur in sehr geringem Umfang steuerpflichtig.

Jeder sollte einen Teil seiner Vorsorge auf garantiert lebenslange Existenzvorsorge gründen. Je jünger der Versicherte, desto freier kann die Anlageform gewählt werden. Bei einem Berufseinsteiger oder Familiengründer  ist die fondsgebundene Rentenversicherung aufgrund des meist langen Anlagehorizonts empfehlenswerter als für ältere Versicherte. Kombiniert mit einer Beitragsgarantie ist dieser Weg mit sehr wenigen Risiken, aber vielen Chancen verbunden. Viele Menschen haben das verstanden und nutzen die neuen Garantien frei nach dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank
Niedrigzins-Befürworter Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank
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